Energielösungen
Peak Shaving: Wie ein Gewerbespeicher Lastspitzen und Netzentgelte senkt
Kurz gesagt: Bei Betrieben mit registrierender Leistungsmessung bestimmt die höchste Viertelstunden-Leistung des Jahres einen Teil der Netzentgelte. Peak Shaving bedeutet, diese Spitzen aus einem Speicher zu bedienen, damit der Netzbezug unter einer festgelegten Grenze bleibt. Das senkt den Leistungspreis – und lässt sich gut mit Photovoltaik kombinieren.
Was ist der Leistungspreis?
Ab einem Jahresverbrauch von rund 100.000 kWh wird die Leistung in der Regel registrierend gemessen (RLM). Neben dem Arbeitspreis je Kilowattstunde berechnet der Netzbetreiber dann einen Leistungspreis je Kilowatt der Jahreshöchstleistung – des höchsten Viertelstundenmittelwerts im Abrechnungsjahr. Die Preisblätter unterscheiden außerdem häufig nach Benutzungsdauer (unter und ab 2.500 Stunden im Jahr).
Wie funktioniert Peak Shaving?
- Aus dem Lastgang wird eine Zielgrenze für den Netzbezug abgeleitet.
- Überschreitet der Verbrauch die Grenze, liefert der Speicher die Differenz.
- In ruhigen Phasen lädt der Speicher wieder auf – idealerweise mit Solarstrom.
Entscheidend ist, wie lange und wie oft Spitzen auftreten. Kurze, seltene Spitzen lassen sich mit kleiner Kapazität und hoher Leistung kappen; lange Plateaus brauchen deutlich mehr Kapazität.
Was bringt Peak Shaving im Beispiel?
Beispielannahmen, keine Prognose: Jahreshöchstlast 400 kW, Zielgrenze 320 kW, Leistungspreis 120 € je kW und Jahr (Ihren Wert finden Sie im Preisblatt).
| Position | Wert |
|---|---|
| Gekappte Leistung | 80 kW |
| Ersparnis beim Leistungspreis (80 kW × 120 €) | 9.600 € pro Jahr |
| Zusätzlich: höherer Eigenverbrauch bei vorhandener PV | je nach Überschuss |
Ob sich das rechnet, hängt von Investition, Lebensdauer und der zweiten Aufgabe des Speichers ab. Ein Speicher, der morgens Spitzen kappt und mittags Solarstrom aufnimmt, arbeitet doppelt.
Worauf sollten Sie achten?
- Eine einzige verpasste Spitze kann die Ersparnis eines Jahres kosten – Steuerung und Reserve müssen zuverlässig sein.
- Kapazität und Leistung getrennt auslegen: kW für die Spitze, kWh für deren Dauer.
- Lastmanagement zuerst: Manche Spitzen lassen sich durch zeitversetztes Einschalten von Anlagen ohne Speicher vermeiden.
- Regulatorik im Blick: Die Bundesnetzagentur überarbeitet die Systematik der Netzentgelte. Mögliche Änderungen der Leistungspreiskomponente sollten in langfristige Rechnungen einfließen.
Für eine erste Einschätzung: Energie-Analyser oder direkt ein Erstgespräch mit Ihrem Lastgang.
Häufige Fragen
Lohnt sich Peak Shaving ohne Leistungsmessung?
In der Regel nicht, weil ohne RLM kein Leistungspreis abgerechnet wird. Dann steht beim Speicher der Eigenverbrauch im Vordergrund.
Wie groß muss ein Peak-Shaving-Speicher sein?
Das hängt von Höhe und Dauer der Spitzen ab. Aus dem Lastgang lassen sich Leistung in kW und Kapazität in kWh getrennt ableiten.